Motto-Chronik

Jedes Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter einem anderen Motto, das neue und oft ungewöhnliche Perspektiven auf die deutsche Denkmallandschaft eröffnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wählt das Jahres-Motto aus.

Einen Überblick über die spannenden Themenschwerpunkte der vergangenen "Tage des offenen Denkmals" finden Sie hier!

  • 2016
  • 2015
  • 2014
  • 2013
  • 2012
  • 2011
  • 2010
  • 2009
  • 2008
  • 2007
  • 2006
  • 2005
  • 2004
  • 2003
  • 2002
  • 2001
  • 2000
  • 1999
  • Gemeinsam Denkmale erhalten

    Das Motto des Jahres 2016 rückte einen ganz wesentlichen Aspekt in den Fokus, der jedoch im Denkmalschutz oft nicht so bewusst ist: nämlich die Menschen, die sich für die Erhaltung unseres baulichen Erbes stark machen. Denkmale sind auf die Hilfe aktiver Denkmalschützer vor Ort angewiesen - ob ehrenamtlich, in Privatinitiativen, Vereinen oder hauptberuflich. All diesen "Denkmalschützern aus Begeisterung" war der Tag des offenen Denkmals 2016 gewidmet. Über 8.000 Denkmale in mehr als 2.600 Städten und Gemeinden öffneten bundesweit ihre Türen und informierten mit fachkundigen Führungen und Veranstaltungen um die gemeinschaftlichen Bemühungen zur Erhaltung unseres kulturellen Erbes. Ein gutes Beispiel dafür ist die Villa Mutzenbecher in Hamburg. Der Abriss des 1900 erbauten, gründerzeitlichen Landhauses konnte gerade noch verhindert werden.
  • Handwerk, Technik, Industrie

    13. Sept. - Das Motto zum Tag des offenen Denkmals 2015 unterstrich die Bedeutung von industriellen und technischen Denkmalen für unsere Denkmallandschaft. Die Besucher hatten die Möglichkeit, mehr als 7.700 Denkmale zu besuchen, viele davon mit einem technischen oder industriellen Bezug - etwa Mühlen oder alte Fabriken. Darüber hinaus wurden an vielen weiteren historischen Bauten, Parks und archäologischen Stätten beispielsweise die Funktionsweise von Glockentürmen erläutert oder alte Handwerkstechniken vorgestellt. Ein noch heute aktives Technik- und Industriedenkmal ist das Elektrizitätswerk Landsberg in Bayern, welches als "Industriewerk Landsberg" um 1890 entstand und mehrmals erweitert wurde. Am Tag des offenen Denkmals gaben die Veranstalter den Besuchern Einblicke in die komplexe Technik des Gebäudes, die mit Wasserkraft aus dem Mühlbach Strom erzeugt.
  • Farbe

    14. Sept. - Vier Millionen Besucher kamen zu bunten Streifzügen durch die Vergangenheit. Denn das Motto 2014 war „Farbe“ - ein wichtiges Gestaltungsmerkmal fast jeden Bauwerks. Seit der Altsteinzeit nutzen Menschen mineralische Pigmente, Kohle und Pflanzenfasern zur Herstellung von Farben. Davon zeugen eindrucksvoll Höhlenmalereien oder bemalte Grabbeigaben. Jede Epoche hatte ihr spezifisches Verhältnis zur Farbe. Im Mittelalter galten Kunstwerke erst durch die farbige Fassung als vollendet. Im Barock wurden Wandflächen, Fenster und Portale in Farbsystemen voneinander abgesetzt. Und für Städte wurden sogar Farbrichtlinien erlassen. So legte König Ludwig I. von Bayern 1826 in ersten Denkmalgesetzen einheitlich rote Dächer für die bayerische Stadt Dinkelsbühl fest. Am Tag des offenen Denkmals 2014 konnten die Besucher in Farben schwelgen, zum Beispiel in Itzehoe/Schleswig-Holstein - im farbenfrohe geometrisch gestalteten Esszimmer (Bild) von Wenzel Hablik (1881-1934). Der Maler war Vorbereiter der expressionistischen Architektur der 20er Jahre. 
  • Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?

    08. Sept. - Das Motto 2013 hieß: „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" In jeder Gesellschaft ist eine gründliche Auseinandersetzung notwendig, um die Vergangenheit in all ihrer Schönheit aber auch mit ihren Problemen und Herausforderungen für künftige Generationen zu bewahren. Denkmale können heute „unbequem" sein, weil sie aufgrund der politischen und sozialen Umstände ihrer Entstehungszeit ein Unbehagen auslösen. Dazu zählen Bunker und Festungen, Kriegerdenkmale und Kriegsgräberstätten, Konzentrationslager der NS-Zeit oder DDR-Grenzanlagen. Das Kraftwerk Peenemünde (Bild) auf der Insel Usedom/Mecklenburg-Vorpommern wurde um 1940 zur Energieversorgung der Heeresversuchsanstalt Peenemünde errichtet und war bis 1991 in Betrieb. Hier wurde insbesondere die erste funktionsfähige Großrakete Aggregat 4 (Propagandaname „V2“) entwickelt und getestet. Die Rakete war 1942 die erste, die in den Grenzbereich zum Weltraum eindrang. Damit gilt Peenemünde, trotz der unmenschlichen Umstände der Raketenfertigung mit tausenden Toten in Mittelbau-Dora, als „Wiege der Raumfahrt“.
  • Tag des offenen Denkmals 2012

    Holz

    09. Sept. - Über 8.000 Denkmale in 2.700 Städten und Kommunen lockten 2012 mehr als 4,5 Millionen Besucher zum Thema „Holz“ - ein zentraler Baustoff seit Menschengedenken. Holz ist bis heute in unseren Breitengraden fast immer verfügbar. Im Gegensatz zu Gesteinen oder Ziegeln ist es ein nachwachsender Rohstoff und vergleichsweise preisgünstig. Außerdem besitzt Holz einige weitere äußerst interessante Eigenschaften: Es ist zwar leicht, dabei aber in vertikaler Wuchsrichtung äußerst reiß- und bruchfest. Gleichzeitig kann Holz flexibel und gut verarbeitet werden. Aus gerüstartig verbundenen Stämmen und Balken lassen sich hervorragend sehr tragfähige Baukörper konstruieren. Man nutzt diese Vorteile bei Fachwerkbauten und Dachstühlen, aber auch beim Bau von technischen Anlagen, beim Schienen- oder Schiffsbau. Die „Schulschiff Deutschland“ (Bild) von 1927 ist ein Dreimaster aus Holz. Das letzte deutsche Vollschiff liegt inzwischen als maritimes Denkmal in Vegesack/Bremen.
  • Niederwalddenkmal

    Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert

    11. Sept. - „Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert" war unser Motto 2011. Damit widmet sich der Tag des offenen Denkmals einer der stilistisch vielseitigsten Epochen. Weiterentwicklungen wie auch Rückschritte prägten damals das gesellschaftliche und politische Leben und beeinflussten Architektur und bildenden Künste ungemein stark. Wirtschaftliche Blüte, verbesserte Wege und Transportmittel machten das Reisen im 19. Jahrhundert vielen erst möglich und einfach. Ideen wie Stile wurden neu miteinander kombiniert und vermischten sich über die Landesgrenzen hinaus. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der eigenen Geschichte sowie deren romantische Verklärung führte gerade auch in Deutschland zu einer Rückbesinnung auf die Formensprache der Vergangenheit: Von der Kunst der Antike bis zum Barock wurden die unterschiedlichsten Elemente miteinander verbunden und quasi neue Stile entwickelt. Die Germania (Bild) und das Niederwalddenkmal oberhalb der Weinberge von Rüdesheim am romantischen Rhein ist ein archetypisches Denkmal dieser Zeit. Es erinnert an die Einigung Deutschlands im Jahr 1871. 
  • Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr

    12. Sept. - „Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr" – ein Thema, das viele interessante Denkmale 2010 betroffen hat! Neue Verkehrsmittel wie Postkutschen (Bild) machten ab dem 18. Jahrhundert längere Reisen für normale Bürger möglich. Das Erweitern und Erneuen des Straßennetzes, der Bau von Eisenbahnstrecken und Schifffahrtskanälen führte zu einem deutlich größeren Warenaustausch. Und wenn Grenzen und Wege plötzlich versperrt wurden, auch dann wurde Handelsgeschichte geschrieben, denn ganze Länder verarmten. Unsere deutsch-deutsche Vergangenheit hat das ja unlängst bewiesen. Über den Wolfsburger Bahnhof (Bild) wurde bis 1989 der Interzonenverkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR abgewickelt; Wolfsburg war der letzte Halt vor der innerdeutschen Grenze. Nächster Halt war Oebisfelde in der DDR. Die denkmalgeschützten Räumlichkeiten für die Grenzabfertigung auf den Bahnsteigen sind noch erhalten und werden als Wartesaal und Betriebsräume für Bahnmitarbeiter genutzt.
  • Renaissance-Theater

    Historische Orte des Genusses

    13. Sept. - „Historische Orte des Genusses“ – unser Motto 2009 war ebenso vielfältig wie individuell. Für den einen ist es ein Park - ein anderer genießt lieber im Konzertsaal oder Gasthof. Auch wenn es keine Genuss-Denkmale gibt, so hat Denkmalpflege - die mühevolle Arbeit des Wiederherstellens und Erhaltens – auch viel mit Genuss zu tun. Dann nämlich, wenn die Ergebnisse für alle erlebbar werden und jeder sehen kann, dass sich der Einsatz von Geld, Arbeit und Fachwissen gelohnt hat. Und nicht selten wurden in der Neuzeit Denkmale erhalten, auch um sie in Genusstempel zu verwandeln und so ihren Erhalt zu sichern – oder umgekehrt, wenn nach dutzenden Jahren alte Kammern entrümpelt wurden, um Kammerkonzerte wieder erlebbar zu machen. Das Renaissance-Theater in Berlin (Bild) ist das einzige vollständig erhaltene Art-Déco-Theater Europas. Das Gebäude war 1902 für den Akademischen Verein „Motiv“ zur Förderung von Studenten errichtet worden, dann ab 1919 ein Kino. 1922 eröffnete Theodor Tagger hier sein Renaissance-Theater, das bis heute fantastische Genüsse bietet.
  • Römisches Theater

    Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung

    14. Sept. - „Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung“ war am Tag des offenen Denkmals 2008 ein Thema, das besonders viele Besucher fasziniert hat. Denn nicht wenige konnten selbst mal Kelle und Pinsel in die Hand nehmen, um die Arbeit von Archäologen kennen zu lernen. Mit „Schatzsuche" hat das wenig zu tun. Was früher noch anders war: In den Anfängen der Altertumsforschung ließen oftmals Herrscher nach archäologischen Zufallsfunden für ihre Kuriositätenkabinette suchen. Moderne Grabungswissenschaft jedoch bemüht sich um den langfristigen Erhalt der Denkmale im Boden. Sehr oft geschieht dies im Zusammenhang mit Baumaßnahmen oder nach intensiver Landwirtschaft - um zu retten, was sonst Schaufeln und Räder unwiederbringlich zermahlen würden.  Das Römische Theater (Bild) in Mainz/Rheinland-Pfalz (lat. Mogontiacum) wurde Ende der 1990er Jahre freigelegt, direkt am ehemaligen Bahnhof Mainz-Süd. Es war einst mit einem Durchmesser von 116 Metern das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen und bot Platz für 10.000 Zuschauer.
  • Köln

    Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten

    09. Sept. - Das Motto „Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten“ führte 2007 zu einer neuen Rekordbeteiligung von 5,5 Millionen Besuchern in 3.450 Orten. Sakralbauten prägen seit jeher die Silhouetten deutscher Dörfer und Städte. Sie zeugen von der Geschichte unseres religiösen Lebens. Die gewachsene Bauform, die Innenausstattung oder etwa der Klang historischer Glocken und Orgeln – das alles symbolisiert, wie Menschen Gott verehren. Jede Epoche, jede Religion hat dabei eigene typische Gebetsstätten: Kirchen, Synagogen, Moscheen, Klöster, Kapellen und Friedhöfe, aber auch zahlreiche sakrale Kleindenkmale wie Bildstöcke, Wegekreuze, Kalvarienberge oder Kreuzwegstationen. Das alles konnte 2007 am Tag des offenen Denkmals entdeckt werden. Natürlich waren auch die zwölf großen romanischen Kirchen Kölns (im Bild rechts St. Kunibert) und eine der größten Kirchen der Welt, der Dom St. Petrus (Bildmitte) geöffnet. 
  • Zisterzienserkloster

    Rasen, Rosen und Rabatten - Historische Gärten und Parks

    10. Sept. - Der Tag des offenen Denkmals erreichte 2006 erstmals 4,5 Millionen Kulturinteressierte bundesweit! „Rasen, Rosen und Rabatten - Historische Gärten und Parks“ - in mehr als 2.500 Städten und Gemeinden öffneten dazu 7.000 Denkmale. Das Thema umfasste einerseits historische Parks, anderseits wurde ihre gestalterische Entwicklung durch die Jahrhunderte beleuchtet. Bereits in der Antike gab es Gärten, um herrschaftliche Villen räumlich zu ergänzten - oft mit umfangreichen Skulpturensammlungen. In der Renaissance galt es, rechteckige Gartenanlage mit vielen geometrischen Elementen anzulegen, ergänzt von verwinkelten Wegen, Grotten oder Wasserspielen. Im Barock beherrschte die Symmetrie und der Zuschnitt der Pflanzen, eine Strenge, die im 18. Jh. vom Englischen Landschaftsgarten abgelöst wurde - mit locker angepflanzten Bäumen und weiträumigen Rasenflächen. Nachdem 2004 der barocke Klostergarten und die Orangerie von Kloster Neuzelle/Brandenburg (Bild) aufwändig wiederhergestellt wurden, konnte sich das Ensemble am Tag des offenen Denkmals 2006 einer großen Öffentlichkeit präsentieren. 
  • Krieg und Frieden

    11. Sept. - Das Thema „Krieg und Frieden" hat uns Deutsche über Jahrhunderte geprägt. Der 1. und 2. Weltkrieg, die Napoleonischen Befreiungskriege oder der 30jährige Krieg überrollten ganz Europa, kosteten Abermillionen Menschen das Leben, brachten Krankheit und Elend. Bau, Zerstörung, Wiederaufbau – Krieg und Frieden haben sich immerwährend auf unsere Architektur ausgewirkt. Aber natürlich sind es gerade Festungsbauten und Schlachten, die bis heute die Faszination des Grauens bewahren. Die Ludendorff-Brücke, die als Brücke von Remagen (Bild) bekannt wurde, war eine Eisenbahnbrücke über den Rhein. Sie wurde im 1. Weltkrieg aus militärischen Gründen errichtet und nach General Erich Ludendorff benannt. In der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs kämpften hier Deutsche und Amerikaner erbittert gegeneinander. Eine erste Sprengung misslang. Am 7. März 1945 eroberten US-Truppen den strategisch wichtigen Übergang. Darauf gelang tausenden Alliierten die erste Querung des Rheins – bis die Brücke am 17. März 1945 einstürzte.
  • Kugelwasserturm

    Wie läuft's? - Schwerpunktthema Wasser

    12. Sept. - „Wie läuft's? - Schwerpunktthema Wasser“ am Tag des offenen Denkmals 2004: Der Stoff ist allgegenwärtig - als Trinkwasser, zur Körperpflege, in der Industrie oder als Transportweg. Wasser bedeutet Leben! Während man sich in unseren Breiten bis ins 19. Jh. zumeist mit dem Brunnen „vor der Haustür" begnügen musste, gab es in antiken Städten wie Rom oder Athen bereits eine zentrale Wasserversorgung mit ständig frisch gespeisten Brunnen und öffentlichen Badeanstalten. Doch viel Wissen ums Wasser ging nach dem Untergang des römischen Reichs verloren. Erst 1848 erhielt Hamburg die erste moderne Wasserversorgung, Berlin folgte 1855, Magdeburg 1859. Der Kugelwasserturm in Ilsede/Niedersachsen (Bild) gehört zur 1856/57 gegründeten „Bergbau- und Hüttengesellschaft zu Peine“. Das technische Denkmal wurde 1920/21 in Stahlkonstruktion als Wasserspeicher und Druckbehälter für die Kokerei errichtet. In der Technikgeschichte stellt der Kugelwasserturm einen Höhepunkt in der Entwicklung von genieteten Stahlblechbehältern dar.
  • Wohnhaus

    Geschichte hautnah: Wohnen im Baudenkmal

    14. Sept. - Die dritte Haut des Menschen ist sein Haus. 2003 stand das Thema „Geschichte hautnah: Wohnen im Baudenkmal" beim Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt. Es umfasste einerseits die heutige Nutzung historischer Bauten zu Wohnzwecken, andererseits geschichtliche Aspekte der Wohnkultur. Wohnen im Baudenkmal, das stellt für die meisten das Habitat im Altbau aus der Gründerzeit dar. Aber auch Bauernkaten, Villen und Siedlungen bis hin zu den modernen Wohntürmen der 1970er Jahre - sie alle sind bis heute bewohnt. Darüber hinaus wohnen Menschen mitunter auch in Denkmalen, die ursprünglich andere Funktionen hatten und zu Wohnzwecken umgestaltet wurden, etwa in Fabriken oder Bahnhöfen. 
  • Klopstockhaus

    Ein Denkmal steht selten allein, Straßen, Plätze und Ensembles

    Ein Ort wird auch vom Verhältnis der Bauten zueinander, von historischen Straßen und Plätzen, vom Ganzen bestimmt. Der Tag des offenen Denkmals 2002 rückte das Motto „Ein Denkmal steht selten allein, Straßen, Plätze und Ensembles" in den Vordergrund. Diese Räume sind nicht nur für den Denkmalschutz relevant – sie sind auch Orte intensiver öffentlicher Nutzung. Und von Zeit zu Zeit treffen hier verschiedenste Interessenslagen aufeinander. 2002 waren Fragen um neue Nutzung, Verkehr und Rückbauforderungen an Straßen, Plätzen die bewegenden Themen. Das Klopstockhaus in Quedlinburg am Schlossberg 12 (Bild, Mitte) ist das Geburtshaus des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803). Nach umfangreicher Sanierung 1899 wurde es als Memorialmuseum eröffnete. Das Fachwerkhaus links daneben stammt aus der Zeit um 1660 und ist der Zugang zur Lyonel-Feininger-Galerie. Und das Denkmalhaus rechts von 1740 wird heute als Käsekuchenbäckerei und Wohngebäude genutzt. Denn ein Denkmal steht wirklich selten allein! 
  • Kulturhaus

    Denkmal als Schule - Schule als Denkmal

    2001 - „Denkmal als Schule - Schule als Denkmal“, das lässt sich in zwei Richtungen beleuchten – so geschehen 2001. An einem Denkmal kann jeder viel lernen. Unsere Geschichte, unsere Werte und die unserer Vorfahren – das sind nur einige Punkte, die uns jedes Denkmal und die Auseinandersetzung damit offenbart. Insofern schult uns jedes Denkmal, macht uns reifer, lässt uns verstehen – Aspekte die jede Schule selbst zu vermitteln hat. Wenn dann noch die Einrichtung selbst ein Denkmal ist, schließt sich der Kreis. Die POS (Polytechnische Oberschule) im ehemaligen DDR-Musterdorf Mestlin (Bild) wurde 1958/59 erbaut, ist heute noch eine Grundschule. Um 1960 entwickelte sich in Mestlin/Mecklenburg-Vorpommern so etwas wie das gewünschte Idealbild eines von der sozialistischen Planwirtschaft der DDR gebauten Ortes. Ganze Wohnviertel entstanden neu, ein typisches Kulturhaus und Versorgungseinrichtungen. Vor allem die Schule zeigt den architektonischen Geist, der bis zur Wende viele Neubauten im „Arbeiter und Bauernstaat“ bestimmt hat.
  • Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

    Alte Bauten - Neue Chancen

    10. Sept. - „Alte Bauten - Neue Chancen“ – das Thema im Jahr 2000! Im Vergleich zu den Themen der folgenden Jahre war der Titel noch sehr allgemein gehalten, wohl auch als Slogan formuliert. Die Nutzung und Umnutzung von Denkmalen stand da im Mittelpunkt - bei gleichzeitiger Wahrung der historischen Identität. Die Denkmalkampagne sollte insbesondere Denkmaleigentümern den Impuls geben, Gebäude zu zeigen, die vorher noch nicht geöffnet wurden. Außerdem galt es im Jahr 2000, den Tag des offenen Denkmals noch mehr ins Bewusstsein aller zu rücken. Die schwer zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin (Bild) war lange dem Verfall preisgegeben. 1957 entschied man sich zu Gunsten eines modernen Neubaus zum vollständigen Abriss der Ruine. Doch das entfachte eine öffentliche Debatte, die mit einem Kompromiss endete. Die 71 Meter hohe Ruine des alten Hauptturms blieb als Mahnmal gegen den Krieg erhalten. Daneben entstand ein neues Kirchenensemble. Berliner nennen das achteckige Kirchenschiff und den Glockenturm von Architekt Egon Eiermann heute „Lippenstift und Puderdose“.
  • Hubbrücke

    Europa - ein gemeinsames Erbe

    12. Sept. - „Europa - ein gemeinsames Erbe“ – 1999 stand erstmals ein einheitliches Motto über dem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordinierten Tag des offenen Denkmals, der seit 1993 bundesweit in Deutschland stattfindet. 2100 Kommunen mit über 5500 Denkmalen beteiligten sich und zogen 3,2 Millionen Besucher an. Geöffnet wurden Denkmale, die an die zahlreichen Einflüsse fremder Kulturen und Religionen erinnern, aber auch an unser Miteinander in Europa – in guten wie in schlechten Zeiten. Geöffnet waren Kirchen im Stil der italienischen Renaissance sowie Industrie- und Technikbauten. Auch die Hubbrücke in Karnin/Mecklenburg-Vorpommern gehörte dazu. Sie war der mittlere Teil der früher 360 Meter langen Eisenbahnbrücke zwischen Kamp und der Insel Usedom - 1933 eröffnet und 1945 zerstört. Danach wurde sie nie wieder aufgebaut, weil die Strecke nun ins polnisch gewordene Swinemünde (polnisch: Świnoujście) führte. 1990 sollte die Hubbrücke Karnin abgerissen werden. Doch nach Bürgerinitiativen steht das Eisenbahnbauwerk heute unter Denkmalschutz und ist ein Symbol der deutsch-polnischen Verständigung.