Alte Kanzlei
Bleicherode, Thüringen

Alte Kanzlei

Die Alte Kanzlei liegt in Bleicherode, im historischen Stadtteil Hagen. Als eins ihrer besonderen Merkmale kann erwähnt werden, dass Teile des Gebäudes zeitweise als Synagoge des Orts diente. Ab 1791 stellten die Grafen von Hagen der jüdischen Bevölkerung Räumlichkeiten als Synagoge zur Verfügung. Betreten mussten die Mitglieder der jüdischen Gemeinde das Gebäude jedoch über eine außen liegende Treppe. Davon zeugt heute noch die zugemauerte Eingangstür zu den ehemaligen Gebetsräumen. Entstanden ist das Fachwerkhaus um 1721. Seine Ursprünge liegen jedoch bereits zwischen 1667 und 1670, als an gleicher Stelle ein sogenanntes Ackerbürgerhaus stand. Das Fachwerkhaus liegt zentral an der Hauptstraße des Ortskerns mit der Traufenseite zur Straße gelegen. Ergänzt wird es durch ein Fachwerk-Nebengebäude, welches auf dem hinter dem Hauptgebäude liegenden Hof steht, und ein an das Hauptgebäude seitlich angeschlossenes Tor. Ursprünglich diente das Ensemble als Wohnhaus des Stadtschultheißen von Bleicherode. Später saß hier die Verwaltung der Grafen Hohenstein und Hagen. Die jüdische Gemeinde errichtete erst 1882 eine neue Synagoge. Diese fiel 1938 der Reichspogromnacht zum Opfer. Bedeutsam ist die Alte Kanzlei auf Grund der hohen Originalsubstanz sowie als Zeuge der lokalen Geschichte. Heute befindet sich in ihren Räumen die Stadtbücherei, eine Musikschule und eine Ausstellung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde von Bleicherode. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich an der Förderung von Maßnahmen zum Erhalt der Anlage. Diese Maßnahmen betrafen beispielsweise Arbeiten an den Fassaden und den Dächern sowie verschiedene Arbeiten am Fachwerk der Anlage.

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Fachwerkbau mit auskragendem Obergeschoss, um 1721, Förderung 1999-2001, 2005

Adresse:
Hauptstraße
99752 Bleicherode
Thüringen