In der zweiten Phase der barocken Stadterweiterung Saarbrückens entstand 1762 die städtebaulich wichtige Anlage des Ludwigsplatzes mit der Ludwigskirche. Nach Entwürfen von Friedrich Joachim Stengel wurde auf dem Grundriss eines zur Querkirche hin modifizierten griechischen Kreuzes ein den Platz beherrschender Zentralbau errichtet, der als Hof- und Pfarrkirche diente. Doch nun waren Wände und Decken von Rissen und Abblätterungen gezeichnet, die barocken Ornamente mussten gereinigt und restauriert werden und die Fenster bedurften einer Sanierung.
Die Hauptschauseite bildet die Ostseite, die in ionischer Ordnung gegliedert ist. Ovalfenster im Sockel dienten ursprünglich den dahinter liegenden verglasten 'Geschlechterstühlen' als Lichtquelle und wurden erst 1886 vermauert. Darüber erheben sich die Hauptfenster und Oberlichter mit prächtigen Rahmungen. In den Risalitschrägen befinden sich Statuennischen für die Evangelistenfiguren des Francuß Bingh. Hinter der umlaufenden Steinbalustrade treten die flach geneigten Dächer zurück. Die 28 von Bingh geschaffenen Statuen der Balustrade sind heute Kopien und stellen alt- und neutestamentarische Gestalten dar. Die Figurenausstattung der Fassade bildet ein geschlossenes protestantisch ikonologisches Programm. Über den Querhausportalen sind die Reliefs 'drei Männer im Feuerofen' und 'das Rad Ezechiels' angebracht. Den Innenraum prägen reicher ornamentaler Stuck und das goldene Auge Gottes in der Mittelkuppel, die von vier Säulen getragen wird. Alle Bauten des Ludwigsplatzes brannten 1944 aus.
Die Ludwigskirche wurde aufgrund ihrer städtebaulich wichtigen Funktion und ihrer architektonischen sowie kunsthistorischen Qualität als eine der bedeutendsten protestantischen Barockkirchen Deutschlands wiederaufgebaut. In den Jahren von 2001 bis 2003 war die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an verschiedenen Sandstein-, Schreiner- und Dachdeckerarbeiten beteiligt. Auch bei der Sanierung der Fenster und des Innenraums konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Erhalt der außergewöhnlichen Kirche unterstützen.
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