Auenkirche, Große Orgel
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf,, Berlin
Bild: © Winfried Kleindopf

Auenkirche, Große Orgel

Zweitgrößte Orgel Berlins

Die Evangelische Auenkirche in Berlin Wilmersdorf ist den Idealen des romantischen 19. Jahrhunderts verhaftet: Die Architektur von Max Spitta, der die Auenkirche von 1895 bis 1897 errichtete, folgt dem neogotischen Stil. Die Kirche verfügt über eine Orgel aus der Romantik. Von letzteren gibt es in Deutschland nur noch wenige. Nicht nur der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, auch der neobarocken Orgelbewegung danach fielen viele Instrumente zum Opfer. Die Orgel der Auenkirche, die 1898 von dem renommierten Orgelbauer Furtwängler & Hammer eingebaut wurde, blieb nicht nur fast vollständig erhalten, sondern ist darüber hinaus auch die zweitgrößte Orgel Berlins. Unterstützen Sie mit Ihren Spenden die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, damit sie erhalten werden kann!

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Orchestrales Klangbild

In der Romantik spielten die von der Musik erzeugten Emotionen eine immer größere Rolle. Die orchestrale Instrumentierung galt im 19. Jahrhundert für viele als besonders geeignet, um dieses Ziel zu erreichen. So wurde auch die Disposition der Orgeln verändert: Neue Registerinstrumente, wie Geigen und Flöten, kamen hinzu. Der Klang wurde durch eine neue Intonation der Pfeifen bewusst „unsauberer“ und weicher gestaltet. Manche Register wurden so zusammengeschaltet, dass ein orchestraler Klang entstand und mit „Schwellwerken“ konnte der Organist ein Crescendo oder Decrescendo, also einen auf- oder abschwellenden Ton, erzeugen. So auch bei der Aueneorgel, die die Firma Furtwängler & Hammer ursprünglich mit zwei Manualen, Pedal und 40 Registern baute. Sie erweiterte sie von 1920-24 auf 63 Register und baute sie ein weiteres Mal 1928 um.

Nur wenige Romantikorgeln erhalten

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt man die barocken Orgeln mit ihren klar getrennten und einzeln wahrnehmbaren Registern für das Klangideal. Viele Orgeln der Romantik wurden unwiederbringlich umgebaut - oft, ohne das angestrebte Ziel zu erreichen. Auch bei der Auenkirche gingen romantische Register für immer verloren, als man sie in den 1950er und 1960er Jahren ausbaute. Bei allen weiteren Anpassungen durch die Firma Noeske wurde jedoch die ursprüngliche Orgel belassen und diese nur erweitert. Sie erhielt ein neobarock intoniertes Positivwerk und hat zur Zeit 117 Pfeifenreihen (Ranks) mit 79 Registern, verteilt auf vier Manuale und das Pedal.

Doch diese sind inzwischen in die Jahre gekommen. Die Balganlage, die Windladen und Kanäle sind undicht, sodass die Druckverhältnisse instabil werden und einen wabernden Klang verursachen. Der Gebläsemotor ist erneuerungsbedürftig, das Pfeifenwerk weist Schäden auf. Das so qualitätvoll erhaltene Instrument der Spätromantik, das eines der wenigen erhaltenen Großinstrumente seiner Zeit ist, braucht dringend Hilfe! Unterstützen Sie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Ihrer Spende, um die wertvolle Romantikorgel zu erhalten!

Evangelische Auenkirche; Stil der Romantik des 19. Jhd.; später Umbau im neogotischen Stil; wertvolle Orgel aus der Romantik; Förderung 2020

Adresse:
Wilhelmsaue 119
10715 Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf,
Berlin