Patent-Papierfabrik
Sieversdorf-Hohenofen, Brandenburg
Maschinenhalle

Patent-Papierfabrik

Einzigartig in Europa

Nirgendwo in Europa ist wohl die historische Produktionslinie zur Herstellung von Papier so vollständig erhalten wie in der ehemaligen Patent-Papierfabrik im brandenburgischen Sieversdorf-Hohenofen. Weil während der DDR-Zeit nicht mehr in neue Technik investiert worden war, konnte die Fabrikanlage nach der Wende nicht mehr mithalten. Nach Jahren des Leerstands wird das Areal mit den Fabrikgebäuden, in denen die Anlagen die ehemalige Produktion anschaulich nachvollziehbar machen, seit 2003 revitalisiert. Als Technikmuseum und Veranstaltungsstätte soll es ein kultureller und touristischer Anziehungspunkt werden. Mit Ihren Spenden kann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz helfen, die Gebäudehüllen instand zu setzen!

Retten Sie die ehemalige Papierfabrik!


Mit der Region verbunden

Sieversdorf-Hohenofen erhielt seinen Namen durch das Seiger-Hüttenwerk (seigern bedeutet ausschmelzen). Dieses verhüttete ab 1663 zunächst den örtlichen Raseneisenstein und später Silbererz. Als die Vorkommen erschöpft waren, nutzte die Patent-Papier-Fabrik zu Berlin AG das Gelände, das ein Institut der Preußischen Staatsbank für sie hatte errichten lassen. Mit modernen englischen Maschinen begann 1838 die Produktion von Zeichen-, Schreib-, Seiden- und Tapetenpapieren, die vornehmlich nach Berlin verkauft wurden. Rohstoffe dafür waren Lumpen. In der Fabrik arbeiteten viele Frauen, die diese entsprechend für die Produktion vorbereiteten.

Mit ihrer recht konstanten Mitarbeiterzahl von etwa 100 war die Fabrik immer eng mit der Region verbunden. Die Inhaber wechselten, die Maschinen wurden hin und wieder erneuert und die Produktpalette änderte sich hin zu edleren Papieren, die zuletzt ausschließlich aus Zellstoff produziert wurden. Zu DDR-Zeiten stellte die Patent-Papierfabrik ab 1967 maßbeständiges Transparent-Zeichenpapier her. Es wurde im Betrieb der Konsumgüterproduktion der sozialistischen Staaten benötigt.

Vom Rohstoff bis zur Auslieferung

Die Anordnung der Gebäude spiegelt den Prozess der Papierproduktion von den Rohstoffen bis hin zum Versand wider. Vom Lumpenhaus und der Lagerhalle über Gebäude für die Bleiche, das Zerkleinern des Rohstoffs und die Herstellung der Papiermasse bis hin zu den Papiermaschinen und den Hallen, in denen die fertigen Papiere zum Versand vorbereitet wurden, sollen Besucher zukünftig alle Produktionsschritte nachvollziehen können. Nun gibt es einen konkreten Fünf-Jahresplan, um die Anlage in ein Technikmuseum zu verwanden. Im jetzigen zweiten Jahr geht es darum, die vorhandenen Anlagen zu sichern, indem die Gebäudehüllen instandgesetzt werden sollen. Mit Ihren Spenden an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kann es gelingen, das Fabrikgelände zu einem inspirierenden Ort für das Thema Papier zu machen!

Industriedenkmal mit verschiedenen Einzelbauten, 1836-38, historische Produktionslinie vollständig erhalten, Förderung 2015/16, 2019, 2020

Adresse:
Neustädter Str.
16845 Sieversdorf-Hohenofen
Brandenburg