Schloss Mespelbrunn
Mespelbrunn, Bayern

Schloss Mespelbrunn

Drehort für „Das Wirtshaus im Spessart“

In einem Tal des sagenumwobenen Spessarts versteckt und mit Wassergräben gut geschützt, liegt Schloss Mespelbrunn. Die Räuberbanden, die der berühmte Film der 1950er Jahre „Das Wirtshaus im Spessart“ auch in dem verwunschenen Schloss inszenierte, gab es tatsächlich. Vor allem im 19. Jahrhundert trieben sie unverfroren ihr Unheil, weil sie die unterschiedlichen Eigentümer des Waldgebietes immer nur bis zu ihren jeweiligen Grenzen verfolgten. Die bis heute gefüllten Gräben rund um das Gemäuer, deren Wasserflächen Turm und Gebäude widerspiegeln, verleihen dem Schloss ein romantisches Flair. Jedoch stellen sie die Eigentümerin auch vor besondere Herausforderungen bei der Außensanierung, wenn die Baugerüste im Wasser montiert werden müssen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz half 2020/21 bei der Turmsanierung mit einer speziellen Schieferdeckung.

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Ehemaliger Wohnsitz des Geschlechts der Echter

Das Schloss steht im Tal der Elsava, eines kleinen Nebenflusses des Mains. Der Sage nach bekam der adelige Forstmeister Hamann Echter im Jahr 1412 den Grund vom Mainzer Erzbischof Johann II. von Nassau geschenkt, nachdem er diesen bei einer Jagd vor dem Verdursten gerettet hatte. Im Jahr 1417 errichtete Echter hier ein kleines Weiherhaus, das sein Sohn von 1427 bis 1434 zur Burg ausbaute. Zum heutigen Renaissanceschloss wurde es durch Umbauten von Peter Echter von Mespelbrunn und seiner Frau Gertraud von Adelsheim zwischen 1551 und 1569. Das Ehepaar ist über dem Turmportal des Nordflügels abgebildet, begleitet von ihrem Hausspruch: „Der Echters Ehelieb in Gott und stete Treu – Bringt Glück und Segen ohn alle Reu. Mit Ernst und Fleiß haben wir Gott vertraut, den unseren zu Gut dies Haus gebaut“. Zehn Kinder brachte Gertraud zur Welt. Unter ihnen ihr berühmter Sohn Julius, der 1545 geboren wurde. Ihn ernannte das Erzbistum Mainz schon mit 28 Jahren zum Fürstbischof von Würzburg, wo er in der Folge Bauherr vieler Kirchen und der Universität der Stadt war. Als 1665 der Stamm der Echter erlosch, ging Mespelbrunn an die Freiherren bzw. Grafen von Ingelheim genannt Echter von zu Mespelbrunn, die es noch heute besitzen. Die Familie der Gräfin bewohnt den Südflügel, während ein Teil des Nordflügels seit den 1920er Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Kunstvolle Schieferdeckung des mittelalterlichen Rundturms

In einem durchschnittlichen Jahr besuchen fast 100.000 Menschen Schloss Mespelbrunn – ein wichtiger Beitrag, um das Schloss zu erhalten. In den Jahren 2020 und 2021 wurden nötige Arbeiten am Schloss vorgenommen. Vor allem das Dach des Nordturms, in seiner mittelalterlichen Rundform kunstvoll mit Schiefer gedeckt, musste dringend saniert werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte 2020 bei der Sanierung unterstützen und so konnte für dieses besondere Handwerk eigens ein Dachdecker aus Nordrhein-Westfalen beauftragt werden. Das Dach schützt nun wieder den Turm, der die Besucher schon von weitem grüßt und einlädt, die Sagen des Spessarts in der Fantasie lebendig werden zu lassen.

Wasserschloss in Mespelbrunn, Renaissancestil, 1427 wurde aus unbefestigtem Weiherhaus eine Burg mit Wassergraben, Umbauten zwischen 1551 und 1569; Förderung 2020

Adresse:
Schloßhof
63875 Mespelbrunn
Bayern