St. Severi-Kirche
Otterndorf, Niedersachsen
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St. Severi-Kirche

Bauerndom an der Nordseeküste

Die Otterndorfer leben in einer besonderes exponierten Region Deutschlands - direkt an der Elbmündung im Kreis Cuxhaven. Mit ihrer sprichwörtlichen Bauernschlauheit haben sie es stets weit gebracht, trotz der widrigen Bedingungen an der wilden Nordsee. Der fruchtbare Marschboden brachte immer reiche Erträge und einen entsprechenden Wohlstand. Die „Bauerndome“ genannten großen Kirchen zeugen noch heute von dieser Zeit, so auch St. Severi in Ottendorf – den Bauerndom an der Nordseeküste. Eine bald 300 Jahre alte Orgel dominiert die Saalkirche. Jetzt muss das Jahrhundertinstrument dringend saniert werden.

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Erbaut mit ehrlicher Arbeit und auf reichen Böden

Die landwirtschaftlichen Erträge sollen rund um Otterndorf doppelt so hoch gewesen sein, wie anderswo im Land. Da sich im Boden größere Mengen Muschelschalen befanden, konnte man durch Brennen derselben und das Ausbringen dieses natürlichen Düngers lange einer Auszehrung der Böden entgegenwirken. Hierdurch entwickelte sich der vom Mittelalter an „Land Hadeln“ genannten Landstrich prächtig. Die Bauern verwalteten sich über lange Jahre selbst, führten eigene Familienwappen, stellen Privatlehrer für ihre Kinder ein – auch Bauern mit einem abgeschlossenen Studium waren keine Seltenheit. Auch der Bau der Kirchen wurde komplett von den ortsansässigen Bauern errichtet und finanziert.

Mittelalterlicher Kern und Jahrhundertorgel

Im Kern ist die St. Severi-Kirche mittelalterlich, die ältesten Teile stammen aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. 1585 entstand der Chor. 1739/40 wurden die Wände mit Backstein verblendet und die Fenster erneuert. Der aktuelle Turm stammt aus dem 19. Jahrhundert, nachdem seine Vorgänger immer wieder im Sturm niedergerissen wurden.

Die Saalkirche bestimmt eine blau strahlende Brettertonne unter dem Dach und die auch sonst überaus fröhlich bunte Ausmalung des Bauerndoms. Zur reichen Ausstattung gehört eine wertvolle Orgel von Dietrich Christoph Gloger (1705-73). Die 1741/42 erbaute Orgel entstand unter Verwendung älteren Pfeifenmaterials der Renaissance. Mit 46 Registern ist sie die größte Barockorgel zwischen Elbe und Weser. Doch jetzt ist das Gehäuse instabil, weil Schimmel und Rost dem Werk Glogers erheblich zugesetzt haben. In vergangenen Zeiten wurden die Pfeifen falsch restauriert und ergänzt. Dadurch wurde der Klangcharakter vieler historischer Pfeifen gravierend verändert. Bitte unterstützten Sie die nachhaltige Restaurierung der Gloger-Orgel, um ihr den alten Klang zurückzugeben.

Älteste Teile 2. Hälfte 12. Jh., Chor von 1585, bauliche Verändungen 1739/40, Turm 19. Jh., Föderung 2018

Adresse:
Himmelreich
21762 Otterndorf
Niedersachsen