21.04.2021 – Niedersachsen

Der Kugelwasserturm in Ilsede

Kugelwasserturm in Ilsede © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Eine prägende Landmarke

Mit 50.000 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale die Korrosionsschutzmaßnahmen an dem denkmalgeschützten Kugelwasserturm in Ilsede. Das technische Denkmal gehört seit 2013 zu den über 460 Objekten, die die private DSD dank Spenden, Erträge ihrer Treuhandstiftungen und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.

Die Erzvorkommen in der Umgebung von Peine führten Mitte des 19. Jahrhunderts zur Gründung der "Bergbau- und Hüttengesellschaft zu Peine". Aus ihr ging 1860 die Aktiengesellschaft "Ilseder Hütte" hervor, die zwei Jahre später mit einem ersten Hochofen die Roheisenproduktion aufnahm. Die bis 1995 bestehende "Ilseder Hütte" bildete gemeinsam mit dem Peiner Walzwerk und den Eisenerzgruben im Raum Peine-Salzgitter einen der bedeutendsten Orte der Montan- und Schwerindustrie in Niedersachsen.

1920/1921 wurde als Wasserspeicher und Druckbehälter für die Kokerei ein Wasserturm als Stahlkonstruktion in der Bauart der "Klönne" mit der spezifischen Kugelform und den außen liegenden Dreiecksblechen errichtet. Er war Bestandteil des Kühlwassersystems für die Energiebetriebe - Kraftwerk und Kokerei - und diente vorwiegend als Druckausgleichsbehälter, stellte aber bei Stromausfall auch die Notwasserversorgung sicher.

Der Ilseder Kugelwasserturm wurde zur prägenden Landmarke. Technikgeschichtlich ist der Turm ein Höhepunkt in der Entwicklung der genieteten Stahlblechbehälter. Der kugelförmige Behälter verband die vorteilhaften Eigenschaften der Intzebauart – des Stützbodenbehälters – und der Barkhausenbauart – des Hängebodenbehälters. Mit seiner hervorstechenden Konstruktion ist er eines der letzten erhaltenen Zeugnisse der "Ilseder Hütte".

Saniert wurde der Wasserturm bereits in den vergangenen Jahren mit Lasertechnik. Wegen der fehlenden Erfahrungen mit dieser Anwendung für Objekte solcher Größe diente das Vorhaben neben dem Erhalt des Wasserturmes zugleich der wissenschaftlichen Erforschung dieser umwelt- und gesundheitsverträglichen Methode der Restaurierung von korrodiertem Metall.

Der erste Bauabschnitt diente als DBU-Projekt der Erprobung des Verfahrens und band mehrere Handwerksfirmen ein, die sich so in diese Methode einüben konnten. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Fachbereich Restaurierung der Fachhochschule Potsdam und durch das Niedersächsische Landesamt in Hannover.