03.06.2020 – Nordrhein-Westfalen

DSD fördert die Kapelle von Schloss Harkotten in Sassenberg

Kapelle von Schloss Harkotten © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Innenraum der Kapelle von Schloss Harkotten © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Fenster der Kapelle von Schloss Harkotten © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Fenster der Kapelle von Schloss Harkotten © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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In Westfalen rar gewordene barocke Glasmalereien

Für die Instandsetzungsarbeiten am Dach der Kapelle und zweier Torhäuschen bei Schloss Harkotten in Sassenberg-Füchtorf stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale und zahlreichen Spenden 75.000 Euro zur Verfügung. Auf diese Weise leistet die DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Schloss Harkotten gehört seit 2016 zu den über 470 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie dank der Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Haus Harkotten besteht aus einer weitläufigen Doppelschlossanlage auf Inseln mit Parkanlagen, Wiesen, Wäldern und Wirtschaftsbauten. Zunächst entstand Mitte des 18. Jahrhunderts östlich einer abgerissenen Burganlage auf einer von Gräften umzogenen Insel ein repräsentatives Barockschloss. Dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Abriss des westlichen Teils des ehemaligen Burghauses auf dessen Fundamenten das klassizistische Schloss Korff aus verputztem Werkstein auf einem längsrechteckigen Grundriss in zwei Geschossen.

Bereits die zweiflügelige Burg aus dem frühen 14. Jahrhundert, die an der Stelle von Schloss Harkotten stand, besaß einen Kapellenbau. Das heutige Kirchlein wurde vermutlich im 17. Jahrhundert an die Giebelseite eines einst dort stehenden Wirtschaftsgebäudes angefügt. Ein Walmdach mit einem Glockendachreiter und Schweifhaube deckt das Bauwerk. Der kleine verputzte Saalbau mit geradem Chorabschluss lässt sich durch ein Hochrechteckportal, das von rotem Naturstein gerahmt wird, betreten. Über dem Eingang befindet sich ein quadratisches Fenster mit roten Natursteingewänden.

Auf der Nordseite enthalten die drei Hochrechteckfenster 12 Glasgemälde mit Schwarzlot- und Emailmalerei auf blankem Glas. Neun der Ornament- und Wappenscheiben wurden auf das Jahr 1665 datiert. Solche barocken Glasmalereien sind in Westfalen nur noch sehr selten erhalten. Den Innenraum prägen des Weiteren insbesondere die kassettierte Spiegeldecke und die Holzempore über der Eingangstür. Der hölzerne Altar mit einem Bild des heiligen Antonius, des Einsiedlers, zeigt den Patron der Kapelle. Weitere Heiligenfiguren stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Erwähnenswert sind auch die floralen Wangenschnitzereien, die die barocken Holzbänke schmücken.