14.05.2019 – Niedersachsen

DSD fördert erneut die Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld

Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Sandsteinboden wird wieder ansehnlich

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Sanierung des Sandsteinbodens in der Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld 100.000 Euro zur Verfügung. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Dorothee Austen von der evangelisch-lutherischen Marktkirchengemeinde in diesen Tagen. Das im 17. Jahrhundert erbaute Gotteshaus gehört zu den ältesten öffentlichen Gebäuden der Stadt und ist seit 2005 eines der über 400 Projekte, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen gefördert hat. Insgesamt stellte die DSD für Maßnahmen an der Marktkirche bisher über 400.000 Euro zur Verfügung.

Die größte deutsche Holzkirche beeindruckt durch ihre gewaltige Größe. 1637 errichtet, erweiterte man das Bauwerk wenige Jahrzehnte später schon nach Osten. Der waagerecht verbretterten Außenhülle stellte man an der Längsseite risalitartig fünf Treppenhäuser vor, die den Zugang zu den Emporen und zur Orgelebene ermöglichen. Der quadratische, von einer achteckigen Welschen Laternenhaube bekrönte Westturm wirkt gedrungen. Das ungewöhnlich hoch scheinende Dach birgt eine ganze Dachetage. Die Fachwerkkonstruktion des Dachwerks wurde als ein kombiniertes Hängesprengwerk mit liegendem Stuhl ausgeführt. Bedeutend ist die Kirche aufgrund ihrer Raumkonzeption. Sie gilt als Fortentwicklung der 1573 errichteten Schlosskirche in Augustusburg und der Capella del Perdone in Urbino. Die Anordnung von Kanzel, Taufe, Altar und Orgel in einer Längsachse war jahrzehntelang einmalig und taucht erst einhundert Jahre später in den Plänen George Bährs für die Dresdener Frauenkirche wieder auf. Den rechteckigen Saal überspannt eine flache kassettierte Holztonne. Eine doppelstöckige Empore wird unten rings um den Saal geführt, oben lediglich über drei Seiten.

Zur Ausstattung gehört ein zweistöckiger frühbarocker Altar, dahinter folgen die Orgelempore, deren dominanter Orgelprospekt von Karyatiden getragen wird, und die auf einer lebensgroßen Mosesstatue ruhende Kanzel. Das gesamte Inventar ist ein Werk von Andreas Gröber, der zu seiner Zeit zu den einflussreichsten Künstlern Südniedersachsens zählte.