15.04.2019 – Mecklenburg-Vorpommern

DSD-Fördervertrag für die Marienkirche in Gnoien

Marienkirche in Gnoien © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Gewölbemalereien in der Marienkirche in Gnoien © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Gewölbemalereien in der Marienkirche in Gnoien © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Innenraum der Marienkirche in Gnoien © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Sehenswerte Gewölbemalereien aus dem 13. Jahrhundert

Am Mittwoch, den 17. April 2019 um 16.00 Uhr überbringt Ralf Schinke, Ortskurator Rostock der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), bei einem Pressetermin vor Ort einen symbolischen Fördervertrag über 15.000 Euro für die Sanierung des Chors der Marienkirche in Gnoien an Pastorin Angelika Meyer-Matz. Möglich wurde die Förderung dank einer zweckgebundenen Nachlassspende. Die um 1250 unmittelbar nach Gründung der Ortschaft errichtete Marienkirche ist eines der über 530 Projekte, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Die evangelische Pfarrkirche St. Marien liegt im historischen Stadtkern von Gnoien zwischen Rostock und Demmin. Sie wurde als frühgotischer Backsteinbau auf einem Feldsteinsockel begonnen. Über dem Chor als dem ältesten Bauteil trägt wohl noch das originale eichene Kreuzstreben-Gebälk mit Kehlbalkenlage das Dach. An den Chor wurde im 14. Jahrhundert nach Westen hin die zweischiffige Hallenkirche und danach der etwa 1445 fertiggestellte Turm angebaut. Der quadratische Westturm von 1445 hat einen vierseitigen Pyramidenhelm mit einer Gaube für die Uhrschlagglocken. Der Turm misst bis zur Spitze des Wetterhahns rund 56 Meter. Der Blendenschmuck betont in den Obergeschossen die Horizontale. An der Westseite befindet sich ein Spitzbogenportal. Im Inneren des Kirchenschiffs tragen zwei achteckige Mittelstützen das gewaltige Gewölbe.

Bemerkenswert ist die Gewölbemalerei im Chor, die um 1300 entstand und die Ende des 19. Jahrhunderts freigelegt und erneuert wurde. Das östliche Gewölbejoch zeigt Christus als Erlöser der Welt mit Maria, Anna und Johannes den Täufer, das westliche Gewölbejoch die Geburt Jesu, die Krönung und Verkündigung Mariä sowie die Kreuzigungsszene.

Wichtigstes Ausstattungsstück ist der bedeutende Marienaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert. Den Gesamteindruck der ansonsten harmonischen gotischen Kirche stören die Einbauten der Empore. Die Restaurierungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben auch zu Veränderungen an den Fenstern und Schmuckmotiven geführt. Die seitlichen Anbauten an den Chor wurden ergänzt. In der Kirche finden neben den Gottesdiensten auch Konzerte und weitere Veranstaltungen statt.