15.05.2019 – Bayern

Einweihung von Schloss Emtmannsberg

Schloss Emtmannsberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

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Schloss Emtmannsberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Schloss Emtmannsberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Abschluss der Sanierungsarbeiten wird gefeiert

Nach Abschluss der Sanierung von Schloss Emtmannsberg lädt Thomas Kreil, Erster Bürgermeister der Gemeinde, am Samstag, den 18. Mai 2019 um 10.00 Uhr zur festlichen Einweihung des Schmuckstücks im Ortskern ein. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützte die Restaurierung der Außenfassade des Hauptflügels von Schloss Emtmannsberg dank der Lotterie GlücksSpirale im vergangenen Jahr mit 40.000 Euro. Die ehemals dreiflügelige Schlossanlage aus dem Jahr 1689 zählt zu den über 420 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Heute sind die beiden Seitenflügel nach Umbauten, Anbauten und Fassadenveränderungen nur noch rudimentär vorhanden. Der Mitteltrakt des langgestreckten zweigeschossigen Putzbaus mit Walmdach jedoch ist in Bauform und Ausstattung nahezu unverändert. Den weitgehend schmucklosen Hauptflügel bestimmen rhythmisch gruppierte Fensterachsen. Das rundbogige Durchfahrtstor in der Osthälfte wird von einer Plattenrustika eingefasst und einem Sandsteinwappen bekrönt. Zwei große Putti mit Palmzweigen halten das Wappen des letzten Schlossherrn Erdmann Freiherr von Stein. Im schiefergedeckten Dach akzentuiert die Durchfahrt ein achteckiger Dachreiter mit Glocke und schiefergedeckter Zwiebelhaube.

Der Hauptflügel des Schlosses mit einer geringen Gebäudetiefe ist im Erdgeschoss gewölbt. Im Inneren finden sich die einstigen Stallungen. Die Natursteinfenstergewände des Obergeschosses haben Ohren. Zwei Wendeltreppen beidseits der Durchfahrt stellten ursprünglich die Verbindung zum Obergeschoss her, die östliche Treppe ist noch erhalten. Die Obergeschoss-Räume sind überwiegend in voller Gebäudetiefe angeordnet. Sie waren ursprünglich durch eine Enfilade miteinander verbunden. Die Obergeschoss-Decken sind als Bohlenbalkendecken, sogenannte Spunddecken, ausgebildet. In zwei Räumen sind einfacher Rahmenstuck an der Decke und Stuckgesimse mit Hohlkehle anzutreffen. Die Außenwände sind zweischalig konstruiert mit Fachwerk auf der Innen- und Stein an der Außenseite.

Im Erdgeschoss des Hauptflügels an der Stelle der einstigen Schwarzen Küche soll der Hofladen der Gemeinde Einzug halten. Des Weiteren wird das Erdgeschoss des Hauptflügels als Gastronomie mit drei Gasträumen und Biergarten zum Marktplatz hin betrieben. Im Hauptflügel-Erdgeschoss sind 40 Gast-Sitzplätze vorgesehen. Im Obergeschoss werden Volkshochschule und die Bürgermeisterei ein Quartier beziehen. Das Dach mit liegendem Kehlbalkendachstuhl bleibt Kaltdach. Trotz diverser Überformungen in den seitlichen Schlossgebäudepartien hat sich viel qualitätvolle Bausubstanz erhalten.