15.12.2018 – Nordrhein-Westfalen

Schloss Korff in Sassenberg wird erneut von der DSD gefördert

Schloss Korff in Sassenberg, Malereien von Philipp Bartscher © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Schloss Korff in Sassenberg, Malereien mit Vogelmotiven, Supraporte © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Schloss Korff in Sassenberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Schloss Korff in Sassenberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Bartschers Malereien und Möbel

Für die Instandsetzung der Westfassade von Schloss Korff in Sassenberg-Füchtorf stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr erneut dank der Lotterie GlücksSpirale 200.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag überbringt Sigrid Karliczek, Ortskuratorin Münster der DSD, im Beisein von Kristina Sauerstein von WestLotto am Dienstag, den 18. Dezember 2018 um 14.00 Uhr an Denkmaleigentümerin Myriam Freiherrin von Korff. Bereits in den beiden Vorjahren hatte die DSD die Fassadenrestaurierung von Schloss Korff, einem Teil der Doppelschlossanlage Haus Harkotten, mit insgesamt 450.000 Euro unterstützt. Die Anlage ist eines der über 440 Projekte, die die Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Haus Harkotten besteht aus einer weitläufigen Doppelschlossanlage auf Inseln mit Parkanlagen, Wiesen, Wäldern und Wirtschaftsbauten. Zunächst entstand Mitte des 18. Jahrhunderts östlich einer abgerissenen Burganlage auf einer von Gräften umzogenen Insel ein repräsentatives Barockschloss. Dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Abriss des westlichen Teils des ehemaligen Burghauses auf dessen Fundamenten das klassizistische Schloss Korff aus verputztem Werkstein auf einem längsrechteckigen Grundriss in zwei Geschossen.

Die Westfassade von Schloss Korff gliedern symmetrisch angeordnete Hochrechteckfenster und drei Risalite. Die beiden Eckrisalite werden von Lisenen, je einem mehrbahnigen Rundbogenfenster im Erdgeschoss, darüber einem Relieffeld mit Festons und Dachbalustraden strukturiert. Der mittlere Risalit wird von einem Dreiecksgiebel mit einem Wappenmedaillon der Erbauer bekrönt. Davor ist ein eingeschossiger Portikus auf dorischen Säulen und ein darauf ruhender Balkon angebaut, der wohl um 1831 zur Eingangshalle umgestaltet wurde. Eine aufgeschüttete Auffahrt und eine hohe Freitreppe sind dem Portikus vorgelagert. Ein flaches Walmdach deckt das Gebäude.

Bei Renovierungsarbeiten wurden 2014 in Räumen des Erdgeschosses umfangreiche Wandbemalungen des Hofmalers Philipp Bartscher wie auch Möbel aus dessen Ende des 18. Jahrhunderts gegründeten ersten Möbelmanufaktur Westfalens entdeckt. Die Bedeutung der Doppelschlossanlage wird durch die freigelegten originalen Raumfassungen Bartschers, das Originalmobiliar aus seiner Manufaktur und die vollständige Bauakte des Architekten zu Schloss Korff unterstrichen.