12.06.2018 – Bayern

St. Salvator in Hollfeld bekommt Besuch

Wallfahrtskirche St. Salvator in Hollfeld © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Innenraum der Wallfahrtskirche St. Salvator in Hollfeld © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Deckenbemalung in der Wallfahrtskirche St. Salvator in Hollfeld © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Kontinuierlich Wallfahrten seit dem 15. Jahrhundert

Die Wallfahrtskirche St. Salvator in Hollfeld und ihre Ausstattung besitzen einen hohen kunsthistorischen Rang. Für die Instandsetzung des Dachwerks über dem Langhaus stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale unlängst 40.000 Euro zur Verfügung. Nun besuchen Uwe Franke, Ortskurator Oberfranken der DSD, und Jörg Urban von Lotto Bayern am Freitag, den 15. Juni 2018 um 11.00 Uhr bei einem Pressetermin vor Ort Pfarrer Bernhard Simon, um sich ein Bild von den Arbeiten zu machen.

Die ortsbildprägende Wallfahrtskirche St. Salvator wurde 1704 nach Entwürfen von Johann Leonhard Dientzenhofer erbaut. Das freistehende Bauwerk ist rund 25 Meter lang und 13 Meter breit. Das Langhaus ist als rechteckiger Saalbau mit Walmdach konstruiert. Im Osten schließt ein eingezogener Chorbau mit Kuppel bekröntem Dachreiter an. Die Außenfassade ist einheitlich verputzt, mit aufgemalter Eckquaderung und farblicher Betonung der Rundbogenfenster. Bei der Dachkonstruktion handelt es sich um einen liegenden Stuhl mit Hängewerk. Den Innenraum prägen wertvolle spätgotische Einzelstücke, eine doppelgeschossige Empore und die stattliche barocke Innenausstattung der Hollfelder Kunst-Schreinerfamilie Lauter.

Der Hochaltar zeigt eine geschnitzte spätgotische Christusfigur aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert, die übrigen Figuren wurden später ergänzt. Die Decke des Chorraums ist reich bemalt. Bandelwerk und Kartuschen umspielen Putten mit den Leidenswerkzeugen wie Kreuz, Essigschwamm oder Dornenkrone. Die Heilung der Blutflüssigen und die des Taubstummen erweisen Christus als den Heiland. Die Doppelemporen waren wegen dem einst großen Besucherandrang nötig. Die in Gold gefassten Figuren Christus und die zwölf Apostel heben sich wirkungsvoll von dem dunklen Holzton der Emporenbrüstungen ab. Muschelformen ersetzen hier die sonst üblichen Heiligenscheine. Triumphbogen, Portal und Fenster sind durch kunstvoll gemalte Rahmungen mit Voluten, Vasen und goldenen Girlanden betont.

Links im Mittelschiff steht der kleine frühbarocke Gnadenaltar. Die seltene Christusdarstellung ist um 1630 entstanden. Die Kirche wurde der Legende nach von gläubigen Bürgern am Ort einer Christuserscheinung errichtet. Vermutlich bestand ein Salvator-Benefizium bereits seit 1430. Nach der Reformation wurde die Wallfahrt im 17. Jahrhundert neu belebt und weitergepflegt.

Die St. Salvatorkirche gehört zu den über 400 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.