14.08.2019 – Sachsen-Anhalt

Vertrag für die Martinikirche in Stolberg

St. Martinikirche in Stolberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Innenraum der St. Martinikirche in Stolberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Krypta der St. Martinikirche in Stolberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Das gotische Gotteshaus prägt die Harzstadt

Seit zehn Jahren unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) verlässlich die Restaurierung der St. Martinikirche in Stolberg im Harz mit bislang insgesamt über 230.000 Euro. In diesen Tagen erreicht Pfarrer Jörg Thoms ein weiterer Fördervertrag, diesmal wieder in Höhe von 30.000 Euro für die Dachsanierung am Querhaus. Die stadtbildprägende Martinikirche zählt mit ihrer bemerkenswerten Baugeschichte und prägnanten Architekturgestaltung sowie ihrer ungewöhnlich reichen, vielseitigen und epochenübergreifenden Ausstattung von teils allerhöchster Qualität zu den Baudenkmälern von nationaler Bedeutung. St. Martini ist eines von über 580 Projekten, die die private DSD dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.

Die gotische Kirche im Zentrum von Stolberg, auf halber Höhe des Schlossbergs, prägt weithin sichtbar die Harzstadt. Über einem romanischen Gründungsbau wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die dreischiffige Basilika mit dem steilen, über die Seitenschiffe gezogenen Satteldach, dem querrechteckigen Westturm, dem langgestreckten Chor und der kreuzgratgewölbten Krypta errichtet.

Nach 1485 entstand der spätgotische Chor mit Sakristei. Aus dieser Bauphase stammen auch das Glockengeschoss und der Spitzhelm des Turms sowie ein Bibliotheks- und Archivanbau im Nordwesten. Das Dach über dem Kirchenschiff brachte man 1750 auf. Wegen ihrer Hanglage weist die Kirche unterschiedlich hohe Umfassungsmauern auf, Strebepfeiler im Süden und Osten stützen den Bau zusätzlich.

An der Nordwand schmücken den Innenraum Reste von Wandmalereien, die auf die Zeit um 1500 datiert werden, unter anderem eine Darstellung des Kreuzes als Lebensbaum. Zur wertvollen Ausstattung gehören ein kostbarer Taufstein aus Marmor und Alabaster aus dem Jahr 1599, der barocke Orgelprospekt über der zurückschwingenden Empore sowie die klassizistische Kanzel von 1831. Der spätbarocke Altaraufsatz rahmt die Darstellung der Erweckung des Lazarus, die 1883 als Rubensimitation geschaffen wurde. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden im Inneren verschiedene Umbauten ausgeführt. So stammen beispielsweise die Buntglasfenster im Chor aus dieser Zeit.