10.04.2019 – Bremen

Wätjens Park in Bremen erhält einen DSD-Fördervertrag

Wätjens Park in Bremen © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Wätjens Park in Bremen © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Wätjens Park in Bremen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Wätjens Park in Bremen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Eine der bedeutendsten großbürgerlichen Parkanlagen des 19. Jahrhunderts in Bremen

Am Mittwoch, den 10. April 2019 um 15.00 Uhr überbringt Marion Schoene, Ortskuratorin Bremen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag über 10.000 Euro für die Restaurierung des Vasenschmucks in Wätjens Park in Bremen. Der Vertrag wurde möglich durch die Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die DSD ist. Der nur durch das Industrieareal der ehemaligen Vulkan-Werft von der Weser getrennt liegende, rund 35 Hektar umfassende Landschaftspark im nordwestlich der Innenstadt gelegenen Bremer Stadtteil Blumenthal gehört zu den 18 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein im Bundesland Bremen fördern konnte.

Der Kaufmann, Reeder und Senator Diedrich Heinrich Wätjen (1785-1858) ließ sich 1830 einen standesgemäßen Landsitz errichten. Den umgebenden Landschaftspark plante der Gartenarchitekt Isaak Hermann Albert Altmann, der auch die Bremer und Hamburger Wallpromenaden gestaltete. Wätjens Sohn Christian Heinrich (1813-1887) ließ sich eine neugotische Villa im englischen Stil – heute als Wätjens Schloss bekannt – bauen und erkor sich den Landschaftspark zum Steckenpferd.

Den großzügigen, eingefriedeten Park durchzieht ein organisches Wegesystem, das das Hauptgebäude, die Wirtschaftsgebäude und verschiedene Staffagebauten erschließt. Das in den 1970er Jahren abgebrochene Schweizerhaus macht heute ein Heckengrundriss kenntlich. Einst gab es auch eine künstliche Ruine und einen Teich. Erhalten blieben dagegen der jüngst wieder aufgestellte Springbrunnen und ein Gedächtnistempel. Der klassizistische Tempelpavillon nimmt Formen der italienischen Renaissance auf und steht in seiner Symmetrie in der palladianischen Tradition. Eine schmiedeeiserne Einfriedung mit mehreren aufwendigen sandsteinernen Portalen umschließt den Park.

Wohl in den 1960er Jahren fiel bei einem Gartenfest eine der vier die Ecken des Tempels hervorhebenden Vasen herunter, sodass aus Sicherheitsgründen alle entfernt wurden. Nun wurde eine der Vasen, die in einem Privatgarten zwischenzeitlich als Sonnenuhr gedient hatte, wiedergefunden und zurückgegeben. Diese soll wieder angebracht und um drei Repliken ergänzt werden. Für den Park engagiert sich ein rühriger Verein. Dadurch, dass die ehemaligen Wohn- und Wirtschaftsbauten im Park vermietet und bewohnt sind, sind Zuwegungen und Portale in gutem Zustand.