Liselotte Lies und Otto Roosen-Stiftung

Liselotte Lies und Otto Roosen-Stiftung für die Pflege von Kulturdenkmalen und kirchlichem Kunstgut

Die treuhänderische Liselotte Lies und Otto Roosen-Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz entstand 2009 durch die Zusammenführung der Liselotte Lies-Stiftung (1999 errichtet) und der Otto Roosen-Stiftung (2001 errichtet). Sie setzt sich bundesweit für den Erhalt und die Pflege von Kulturdenkmalen und kirchlichem Kunstgut ein. Besondere Berücksichtigung finden die östlichen Bundesländer und die Dorfkirche in Herpf/Thüringen.

Die Ortschaft Herpf wurde im 8. Jahrhundert das erste Mal urkundlich genannt. Ihre bedeutende, wehrhafte Kirchenanlage entwickelte sich einst aus einer landesherrlichen Burg und stellt als Chorturmkirche den Mittelpunkt des denkmalgeschützten Ensembles dar. Eine Schrifttafel datiert das Schiff der Kirche St. Johannis in die Jahre 1611-20. Der mächtige Turm hingegen ist im Kern mittelalterlich und wird von einem Treppenturm des späten 15. Jahrhunderts flankiert. Im Inneren zieht vor allem der Chorraum den Blick auf sich, dessen Altarschmuck und reich verzierter Orgelprospekt um 1772 entstand. Gemälde auf den Brüstungen der Doppelemporen bilden den Übergang zu der beeindruckenden, bemalten Tonnendecke mit Propheten- und Evangelistendarstellungen. Eine Besonderheit stellen die geschnitzten Balkenköpfe der Empore dar. Blaugrundige Marmorierung und die Teilvergoldung vieler Details fassen die prachtvollen ländlichen Innendekorationen des Barock und Rokoko zu einer Einheit zusammen. Die Umgebung der Kirche zeichnet sich durch Reste der alten Wehranlage aus.

Seit der Errichtung der Liselotte Lies und Otto Roosen-Stiftung wurden zahlreiche Restaurierungsmaßnahmen in Herpf gefördert, sodass die Instandsetzung der Kirche und ihrer reichen barocken Innenausstattung nahezu abgeschlossen ist. Seit einigen Jahren widmet sich die Stiftung unter anderem thüringischen Kirchen in Helmershausen, Dingsleben, Eishausen und Alkersleben.
Die Stiftung habe ich zu Ehren meiner Mutter und meines Großvaters Otto Roosen errichtet, der Künstler und Restaurator war. Durch unsere gemeinsamen Ausflüge und Besichtigungen hat er mein Interesse für Denkmale geweckt, und so hatte ich das Bedürfnis, etwas zurückzugeben. Thüringen habe ich kurz nach der Wende besucht und war begeistert von der reichhaltigen Kulturlandschaft. Daher liegt hier ein Schwerpunkt der Fördertätigkeit meiner Stiftung.
Renate Lies

Adresse

Dorfkirche Herpf
98617 Herpf