Stiftung „Entschlossene Kirchen“

Stiftung Entschlossene Kirchen für Kirchen in dörflicher Struktur des Kirchenkreises Zerbst

Die 2005 gegründete treuhänderische Stiftung Entschlossene Kirchen unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz setzt sich für den Erhalt von 61 Dorfkirchen im Kirchenkreis Zerbst/Sachsen-Anhalt der Evangelischen Landeskirche Anhalts ein.

45 Kirchengemeinden konnten bereits für den Stiftungsgedanken gewonnen werden. Insbesondere soll erreicht werden, dass die Gotteshäuser durchgehend für die Menschen geöffnet sind, damit jeder Zutritt hat - um Kraft zu tanken für den Alltag, um Stille zu finden in unruhigen Zeiten und um staunen zu können über kirchliche Baukunst. Der Name ´Entschlossene Kirchen` ist hier wörtlich zu nehmen. 18 Kirchengemeinden haben ihre Gotteshäuser geöffnet, 14 davon bereits rund um die Uhr. Da der Zerbster Kirchenkreis in weiten Teilen deckungsgleich mit dem Naturpark Fläming ist, werden die meist mittelalterlichen Kirchenbauten von vielen Touristen besichtigt.

Aus den Reihen der Stiftungsmitglieder wurde der Förderkreis Entschlossene Kirchen e. V. gegründet, der aktiv Veranstaltungen und Seminare anbietet. Denn die Erträge aus dem Stiftungskapital allein reichen nicht aus – es sind dringend Zustiftungen von Nöten, um Gelder für die Erhaltung der Bauwerke zu sammeln.

Ein Projekt der Treuhandstiftung ist die Kirche in Neeken bei Dessau-Roßlau. Sie wurde mit Mitteln der Stiftung von 2008-14 restauriert. Der spätromanische Feldsteinbau entstand vermutlich um 1200. Der Chor wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Osten verlängert. Der flachgedeckte Innenraum besitzt eine dreiseitig umlaufende Empore und kann mit einer einheitlich erhaltenen Barock-Ausstattung aufwarten: Altaraufsatz, Kanzel und steinerne Taufe sowie die zweigeschossige Herrschaftsloge hinter dem Altar stammen allesamt aus den 1660er Jahren.

Wir wollen eine Altersvorsorge für Kirchengebäude. Wir möchten Kirchenräume öffnen, damit Besucher ihre Besonderheit erfahren und dort Kraft für den Alltag tanken, damit sie staunen können über Baukunst und Handwerk.
Sonja Hahn