25.11.2021 – Tag des offenen Denkmals , Baden-Württemberg , Bayern , Berlin , Brandenburg , Bremen , Hamburg , Hessen , Mecklenburg-Vorpommern , Niedersachsen , Nordrhein-Westfalen , Rheinland-Pfalz , Saarland , Sachsen , Sachsen-Anhalt , Schleswig-Holstein , Thüringen

Ein Grundton D-Konzert aus der Lutherstadt Wittenberg

Albrecht Mayer * Foto: Christoph Köstlin/Deutsche Grammophon GmbH

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Oboe, Horn und Klavier erklingen über den  Deutschlandfunk

Ein besonderes Konzert der Benefiz-Reihe „Grundton D“ wird am Sonntag, den 28. November 2021 um 21.05 Uhr als „Konzertdokument der Woche“ im Deutschlandfunk (DLF) ausgestrahlt. Es war der abschließende Höhepunkt der bundesweiten Eröffnung des Tags des offenen Denkmals am 12.September in der Lutherstadt Wittenberg. Der Oboist Albrecht Mayer, der Hornist Christoph Eß und die Pianistin Evgenia Rubinova bieten ein außergewöhnliches Programm mit Stücken von Johann Sebastian Bach, über Olivier Messiaen und Robert Schumann bis hin zu Carl Reinecke.

Der gesamte Erlös aus dem Kartenverkauf in Höhe von knapp 2.000 Euro kommt den Restaurierungsarbeiten am Westflügel des Wittenberger Cranach-Hofes in der Schlossstraße zugute. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz verdoppelt diesen Betrag, um ein Bauschadensgutachten zu ermöglichen. „Dass diese Konzertreihe einmal mehr eine solche Wirkung entfaltet hat, freut uns natürlich sehr“, so Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Das Gutachten soll die Grundlage für die von der Stadt geplante Instandsetzung des Westflügels werden, dem letzten Gebäudeteil des historischen Hofs, dass der Wiederherstellung harrt.

Seit über 30 Jahren begeistert die Verbindung von Musik und Architektur die Besucher dieser Musikveranstaltungen, die der DLF in Zusammenarbeit mit der DSD veranstaltet – erst vor Ort und dann vor den Rundfunkgeräten weltweit. Die Konzertaufnahmen werden in der Ausstrahlung ergänzt durch Informationen zur Geschichte und der Geschichte der Rettung und Erhaltung der Bauwerke, denen sie gewidmet sind.

Zum Objekt:
Lucas Cranach der Ältere kaufte das Grundstück Schlossstraße 1 im Jahr 1513, wohl um auf dem Gelände seine Werkstatt einzurichten. Der Komplex umfasste schließlich 84 beheizbare Zimmer und 16 Küchen, zeitweise arbeiteten hier bis zu 30 Gehilfen. 1544 übernahm Lucas Cranach der Jüngere die Schlossstraße, bevor sie auf dessen Schwiegersohn Polycarp Leyser überging. Der jüngere Cranach ließ den "Gartenflügel" in den 1540er Jahren als Stall, Remise oder Werkstattgebäude errichten, der Ausbau zu Wohnzwecken erfolgte um 1572. Leyser wiederum fügte die ehemaligen Volutengiebel und Zwerchhäuser des Vorderhauses hinzu. Barock erneuert und um ein Geschoss aufgestockt wurde das Haus in den 1770er Jahren, als die Adler-Apotheke vom Markt 4 in die Schlossstraße 1 umzog. 1871 beschädigte ein Brand die oberen Stockwerke. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkam das Anwesen durch mangelnde Baupflege bis eine Bürgerinitiative, die spätere „Stiftung Cranach-Hofe“ e.V., in der Wendezeit die Wiederbelebung des Komplexes einläutete. Nach historischen Vorbild gibt es heute wieder eine Galerie, einen Weinausschank und eine Druckerstube, im rückwärtigen Gebäudeteil auch eine Malschule für Kinder und im Vorderhaus die Cranach-Herberge.