15.12.2017 – Sachsen-Anhalt

St. Andreas und Stephani in Wansleben erhält erneut Fördermittel

Die kostbaren Wandmalereien in der Kirche St. Andreas und Stephani in Wansleben © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Dorfkirche St. Andreas und Stephani Wansleben am See

Die Kirche St. Andreas und Stephani in Wansleben © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Christopherus-Malerei in der Kirche St. Andreas und Stephani in Wansleben © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Die wertvollen Wandmalereien in der St. Andreas und Stephani-Kirche in Wansleben © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Wertvolle Wandmalereien aus dem Jahr 1509

Mit 15.000 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr die Wiederherstellung des Langhausmauerwerks der St. Andreas und Stephani-Kirche in Wansleben am See im Landkreis Mansfeld-Südharz. Der entsprechende Fördervertrag erreicht Gemeindekirchenrat Tobias Körnig von der evangelischen Kirchengemeinde in diesen Tagen. Die in Bonn ansässige Denkmalschutzstiftung unterstützt die Renovierungsarbeiten am Langhausmauerwerk seit drei Jahren mit bislang 45.000 Euro.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen Uuenzesleba datiert aus den letzten Jahren des 9. Jahrhunderts. Vermutlich war die Nähe zum Salzigen See ausschlaggebend für die Entstehung des Ortes. Anzunehmen ist, dass im Mittelalter der Fischfang die Haupterwerbsquelle der Menschen war, worauf auch der Fisch im Wappen schließen lässt.

St. Andreas und Stephani ist die Hauptkirche des Pfarrbezirks Wansleben und Amsdorf. Die Weihe des rechteckigen Bruchsteinbaus mit einem dreiseitigen Ostschluss fand 1506 statt. Die schlichten zweibahnigen Maßwerkfenster zeigen Fischblasenmotive. In das Gebäude integriert ist ein älterer Westturm auf rechteckigem Grundriss mit frühgotisch gekuppelten Schallöffnungen. Der quadratische und verschieferte Turmaufsatz stammt von 1953.

Das flachgedeckte einschiffige Kirchenschiff zeigt im Inneren eine einheitliche Ausstattung des 18. Jahrhunderts mit West- und Nordempore, Kanzel, Chor- und Schiffgestühl auf. Ebenso haben sich Reste spätgotischer Wandmalereien mit Darstellungen Christi, Mariens und des Heiligen Christopherus erhalten. Die auf das Jahr 1509 datierten Fresken wurden erst 1939 wiederentdeckt. Der klassizistische Orgelprospekt stammt von 1826.

Bereits 2002 hat die Gemeinde das einsturzgefährdete Dach des Kirchturms instandgesetzt und danach das Dach über dem Kirchenschiff saniert. Seit 2014 stellt die Kirchengemeinde nun das stark geschädigte Mauerwerk der Kirche wieder her. Risse, Putzabplatzungen und Fugenauswaschungen sind zu beseitigen. Denn durch die offenen Fugen dringt Feuchtigkeit ins Mauerwerk ein, die die wertvollen Malereien gefährdet.

Die Kirche St. Andreas und Stephani ist aufgrund der qualitätvollen Wandmalereien von überregionaler Bedeutung und eines von über 560 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.