Archiv Pressemeldungen

21.10.2010 – Presse

Das Johanniskloster in Schleswig – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Benediktinerinnen hatten einst das St. Johannis Kloster auf einer kleinen Anhöhe in der stillen Abgeschiedenheit östlich der Fischervorstadt Holm dicht an der Schlei gegründet. 1536 übernahm die Schleswig-Holsteinische Ritterschaft das Kloster und richtete dort ein adliges Damenstift ein. Die in wesentlichen Zügen erhaltene schlichte Anlage des Mittelalters mit der Kirche und der sich südlich anschließenden Klausur entwickelte sich im 18. Jahrhundert durch ergänzende Bauten in der parkartigen Umgebung zu einem malerischen Ensemble. Im Rahmen der mit Rücksicht auf die Bewohnerinnen schrittweise verlaufenden Sanierung der Anlage steht an oberster Stelle der Prioritätenliste der Remter mit dem Speisesaal des einstigen Klosters, in dessen Räume Veranstaltungen stattfinden. Am Gebäude traten in den vergangenen Jahren Risse auf. Bei den folgenden Untersuchungen stellte man Durchfeuchtung und Versalzung sowie Schäden an zahlreichen konstruktiven Anschlüssen fest. Die Fassadeninstandsetzung ist bereits erfolgt, im letztem Jahr hat die Innensanierung begonnen.

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18.10.2010 – Presse

Das Ernst-May-Haus in Frankfurt am Main – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz 

Weil die ernst-may-gesellschaft feststellen musste, dass die meisten Bauten des Namen gebenden Frankfurter Architekten, Stadtplaners und Stadtbaurats, die heute einer Wohnungsbaugesellschaft gehören, mit den Jahren stark verändert wurden, entschloss sie sich 2005, mit dem Reihenhaus Burgfeld 136 ein "Musterhaus des neuen Bauens" einzurichten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das zweigeschossige Haus hat 4,5 Zimmer, Küche, Bad, WC und einen Garten. Unsachgemäße und nicht denkmalgerechte Modernisierungsmaßnahmen an Fenstern, Türen, Außenhaut und Dach hatten das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses stark verändert. Auch alle Originalfassungen im Inneren waren mehrfach überpinselt worden. Mittlerweile sind Putz, Fassaden, Innenräume und Einbauten wiederhergestellt, ebenso die berühmte „Frankfurter Küche“ und der Garten. Selbst die nach Originalzeichnungen erneuerten Holzfenster erhielten längst die originale blaue Farbigkeit zurück. 

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14.10.2010 – Presse

Die Alte Kirchschule in Weißenberg – Ein Förderprojekt
 der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Die Alte Kirchschule aus dem 17. Jahrhundert in der Kirchstraße von Weißenberg ist bauhistorisch kein alltägliches Objekt. Das jetzige Gebäude ist ein Doppelhaus mit zwei separaten Eingängen. Nur der Ostteil des Schulgebäudes hat sich - mit Umgebinde, Blockstube und Fachwerk - im Originalzustand von 1676 erhalten. Die linke Hälfte des einstigen Umgebindehauses wurde 1834 aufgrund baulicher Mängel auf der Wetterseite massiv ausgemauert. Bei dieser „Versteinerung“ des Westflügels erhielt das Gebäude das damals hochmoderne Krüppelwalmdach. Die im Putz des gemauerten Schornsteins erhaltene Jahreszahl 1834 im zeitgenössischen Schriftbild konnten weitere Bauuntersuchungen anhand von Baurechnungen bestätigen. Die Raumhöhen in den einzelnen Zimmern liegen zwischen 2,50 und 2,80 Meter und waren für die Nutzung als Schule auch ökonomisch optimal. Zwei weitere bauliche Besonderheiten des Hauses sind die begehbare „Schwarzküche" und der Oberlaubengang.

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11.10.2010 – Presse

Die Georgenkirche in Wismar – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Obschon Wismar in seiner mittelalterlichen Blütezeit kaum mehr als 5.000 Einwohner zählte, prägen gleich mehrere große Backsteinkirchen die Silhouette der Ostseestadt. Der Wohlstand einer breiten bürgerlichen Bevölkerungsschicht entsprang ihrer ungemein günstigen Lage an der alten Handelsstraße von Lübeck der Ostseeküste entlang nach Osten. Als Mitglied der Hanse wuchs die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt noch weiter. Erst als Wismar an Einfluss verlor und sowohl die Bewohner als auch die wirtschaftliche Lage unter dem Ausbau zur Festungsstadt zu leiden hatten, gingen die Mittel für die Fertigstellung der gigantischen Kirchenbauten aus. St. Geor­gens geplanter neuer Chor wurde ebenso wenig gebaut wie der ursprünglich vorgesehene hohe Westturm. Man beließ es bei dem vorhandenen kleineren Chor des Vorgängerbaus und schloss den Turmstumpf mit einem bescheidenen Walmdach. Doch das Bauwerk, eine der bedeutendsten Kirchen der "norddeutschen Backsteingotik", besticht dennoch: Der gerade wieder benutzbare Bau misst 76 Meter Länge, 42 Meter Breite und 57 Meter Höhe.

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07.10.2010 – Presse

Die Burgstaffel in Esslingen – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Jahrzehntelang war die Bauunterhaltung an der Esslinger Burgstaffel, einem Teil der alten Stadtbefestigung, nur notdürftig wahrgenommen worden. Umso umfangreicher waren am Ende die Schäden. Feuchtigkeit hatte die Dachkonstruktion geschädigt, die Mauerkrone wies an einigen Stellen lose Steine auf. Insbesondere die Dachdeckung über dem mit 315 Treppenstufen begehbaren Wehrgang war desolat und locker. Zudem begünstigte die lose Randbefestigung dümmlichen Vandalismus. Nach ausführlichen Voruntersuchungen und einem Vorprojekt begann 2008 der erste Bauabschnitt zur Wiederherstellung. Die besondere Schwierigkeit liegt dabei darin, dass Reparatur und Ergänzung der Dachkonstruktion bei aufliegender Deckung durchzuführen ist. Die Konstruktion muss verstärkt, verfaulte Sparren behutsam ergänzt werden. Die originalen Dachziegel ließen sich verklammern und hinterher mit einem Luftkalkmörtel verstreichen. Fehlende Ziegel müssen handgeformt in einem Ringofen gebrannt und eingepasst werden. Die Restaurierung des historischen Ganges über der Stadt dauert mehrere Jahre.

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04.10.2010 – Presse

Die Wuttachtalbahn in Blumberg – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Infolge des Deutsch-Französischen Krieges plante das Militär 1882 die strategische Wutachtalbahn zwischen Blumberg-Zollhaus und Weizen mit einer Länge von 26 Kilometern. Gebaut wurde die Strecke zwischen 1887 und 1890 von den großherzoglichen Staatsbahnen, um die Bundesfestung Ulm unter Umgehung des Schweizer Kantons Schaffhausen mit der bis dahin noch nie eroberten französischen Festung Belfort südlich des deutsch besetzten Elsaß zu verbinden. In dem geologisch und topographisch schwierigen Gelände waren zur Überwindung der Höhendifferenz von 230 Metern zahlreiche Ingenieurbauten zu erstellen. Neben den Puddelstahlkonstruktionen auf eisernen Gerüstpfeilern entstanden fünf große Brücken, 40 kleinere Übergänge, Unter- und Überführungen sowie 70 gewölbte und offene Durchlässe. Drei der sechs Tunnelanlagen sind Sporntunnel, die mit einer gleichmäßigen Steigung von 10 Promille angelegt wurden, um auch schwerste Geschütze transportieren zu können. Deutschlands einziger Kreiskehrtunnel schließlich hat der Strecke den Beinamen "Sauschwänzlebahn" eingebracht. 

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